Ein Netzwerk für interreligiöses Umweltengagement in Düsseldorf

„Nicht nur reden, sondern gemeinsam etwas tun!“ waren sich beim Vernetzungsabend im Maxhaus die Umweltengagierten verschiedener religiöser Herkunft einig. Angesichts der gemeinsamen Herausforderung der Klimakrise haben sich in Düsseldorf im interreligiösen Vorbereitungskreis folgende Organisationen zusammengeschlossen: Koordinierungsstelle muslimisches Engagement Düsseldorf e.V., Jüdische Gemeinde Düsseldorf, Evangelischer Kirchenkreis Düsseldorf, Katholische Jugendagentur Düsseldorf, Maxhaus Düsseldorf sowie das Erzbistum Köln mit der Fachstelle für interreligiösen Dialog und der Abteilung Schöpfungsverantwortung. Die Moderation übernahmen Hafssa El Hasbouni (Forum für soziale Innovation) und Dr. Julian Höbsch (Maxhaus).

Impulse für nachhaltiges Handeln

Der Netzwerkabend bot viel Raum, um Kontakte zu knüpfen und um Ideen auszutauschen. Engagierte verschiedener Religionen aus Düsseldorf gaben Impulse zur ihrem Umweltengagement und ihrer Motivation. „Unsere Kinder und Enkel werden den Folgen des Klimawandels noch viel stärker ausgesetzt sein als wir. Daher ist jetzt unser generations- und religionsübergreifendes Handeln so wichtig und entscheidend für die Zukunft“, so Julia Schmitz, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Katholischen Jugendagentur Düsseldorf.

Vernetzung der Religionsgemeinschaften

„Viele Menschen engagieren sich bereits für Umwelt und Klima, zum Beispiel in Projekten wie Faire Moschee und durch Plastik- und Autofasten. Für die Umwelt spielt es keine Rolle, aus welcher Motivation wir sie schützen, aber für jeden einzelnen Menschen spielt es eine große Rolle, aus welcher Motivation er dies tut“, betonte Redouan Aoulad Ali, Leiter der Koordinierungsstelle muslimisches Engagement in Düsseldorf. Er erklärte: „Wir wollen uns als Religionsgemeinschaften in Düsseldorf stärker vernetzen und gemeinsam etwas für Umwelt und Nachhaltigkeit in unserer Stadt tun.“

Die Schöpfung bewahren

Aaron Malinsky, Kantor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, beschrieb mit Verweis auf die jüdischen Feste anschaulich den Stellenwert der Natur und Schöpfung. Pastoralreferentin Klaudia Hilger berichtete von den Aktivitäten der Umweltgruppe aus der Gemeinde St. Antonius und Elisabeth in Düsseldorf-Hassels/Reisholz, die auf den Weg ist, eine „schöpfungsfreundliche Gemeinde“ zu werden. In ihrem Beitrag griff sie die jüdischen Impulse auf und betonte: „Unser Auftrag, die Schöpfung zu bewahren, muss schmecken – d.h. es müssen Taten folgen. Wir versuchen dies in Angeboten zur Umweltbildung für Kinder und Familien oder in ganz alltäglichen Fragen wie der Verwendung von ökologischen Putzmitteln in kirchlichen Gebäuden sowie mit einem vegetarischen Angebot auf dem Pfarrfest.“

Gemeinsame Aktionen in Düsseldorf

Michael Dornik, Nachhaltigkeitsmanager des Evangelischen Kirchenkreises in Düsseldorf, und Anna-Maria Fischer, Leiterin der Fachstelle für interreligiösen Dialog des Erzbistums Köln, waren beindruckt von der Dynamik des Abends. „In Düsseldorf gibt es viele Unterstützungsangebote – vom Umweltamt und den Klimamanagern der Stadt oder vonseiten der Verbraucherzentrale. Es ist wunderbar zu sehen, dass wir hier mit den verschiedenen Religionen und von kommunaler Seite an einem Strang ziehen können,“ so Fischer.

Das Netzwerk „Religions go green“ wird sich im kommenden Frühjahr erneut in Düsseldorf treffen und gemeinsam konkrete Aktionen wie Baumpatenschaften planen. Interessierte können zum Erzbistum Köln, Anna-Maria Fischer, Kontakt aufnehmen unter www.religions-go-green.de.

2022-12-05T13:25:02+01:005. Dezember 2022|